Gegen kommerzielle Handaufzucht!

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Wir sind gegen Handaufzucht!

 

Es gibt für uns und zum Glück auch für einige andere Züchter absolut keinen Grund Vögel per Hand aufzuziehen! Die artgerechteste Art und Weise ist es nunmal, dass die Küken bei ihren Eltern aufwachsen.

Viele Züchter nehmen die Küken ab einem bestimmten Alter aus dem Nistkasten und ziehen sie dann per Hand auf. Dies soll zur Folge haben, dass der Vogel hinterher besonders zahm und zutraulich ist.

Zahme und zutrauliche Vögel können natürlich viel teurer verkauft werden, als ihre naturaufgezogenen Artgenossen.

Es ist jedem Züchter selbst überlassen, ob er die Küken per Hand aufzieht oder nicht, dennoch möchten wir hier zu diesem Thema Stellung beziehen.

Fakt ist nunmal, dass die wichtige Prägephase direkt nach dem Ausfliegen aus dem Nistkasten erfolgt. Die Küken lernen in dieser Zeit wichtige soziale Verhaltensweisen, z.B. wie sie sich gegenseitig putzen oder Konflikte untereinander lösen.

Auch lernen sie in dieser Zeit, was sie fressen können und vor allem, wie ES gefressen wird.

Wer schon einmal probiert hat ein Küken aus der Not heraus groß zu ziehen wird mit Sicherheit fesgestellt haben, dass das Wachstum viel langsamer verläuft, als bei Küken, die bei den Eltern aufwachsen! Sie sind oft weit zurück in ihrer Entwicklung und nehmen nicht so gut zu.

Die Umstellung von Handaufzuchtfutter auf Körnerfutter ist sehr schwierig und misslingt nicht selten. Die Eltern mischen bei ihren Fütterungen Tag für Tag mehr Körner bei. Somit kann sich das Küken daran gewöhnen und wird schonend umgestellt. Dies funktioniert so einfach nicht mit der Spritze. Diesen Vorgang kann man nicht simulieren.

Die Küken benötigen also länger um groß und stark zu werden. Trotz alle dem werden sie abgegeben, sobald sie ausgewachsen sind. Sie sind dann zwar meist schon mehr als 8 Wochen alt, befinden sich jedoch immernoch in ihrer Prägephase, weil sie ja viel länger gebraucht haben um flügge zu werden.

In dieser Zeit suchen sie normalerweise die Nähe ihrer Eltern bzw. bei Handaufzuchten eben die Nähe des Menschen.

Die Tiere sind quasi von klein auf fehlgeprägt auf den Menschen. Nun kommen sie in ein neues Zuhause und bekommen nunmehr nur noch ein paar Stunden am Tag die Aufmerksamkeit ihres Menschen. So etwas frustriert die Vögel sehr und lässt sie wohl oder übel leiden.

Ich kann durchaus nachvollziehen, dass jemand einen Vogel haben möchte, der von Anfang an nicht scheu ist und gleich auf die Hand kommt! ABER man sollte sich immer die Frage stellen, ob man einen Vogel haben möchte, der artgerecht aufgewachsen ist. Der alles von seinen Eltern gelernt hat, was er braucht und vom Schlupf an gesund ist! Denn das sollte doch wichtig sein!

Zahm werden auch Vögel, die von ihren Eltern aufgezogen worden sind. Der einzige Unterschied ist, dass der artgerecht aufgewachsene Vogel den Menschen nicht als seinen Artgenossen betrachtet, sondern alsbald eine freundschaftliche Beziehung zu seinem Körnerspender aufbaut, seine Prägung bezieht sich jedoch auf die Artgenossen mit denen er zusammen lebt.

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Dieses Bild sagt mehr als tausend Worte!

Ps.: Es soll sich mit diesem Artikel niemand angesprochen oder beleidigt fühlen! Ich möchte hier nur meinen Standpunkt zu diesem Thema klar stellen, da ich mich ständig vor potentiellen Käufern rechtfertigen muss, warum meine Vögel nicht handaufgezogen oder von Anfang an handzahm sind. Es ist eben eine Frage der Einstellung!